27. Mai 2026

Vielfalt auf dem Feld – Vielfalt auf dem Teller: Agrarökologie in Kenia

Einblicke in unser Projekt mit der Bauernvereinigung Kimaeti Farmers Association im Westen von Kenia.

Mit vielfältigem Gemüseanbau stärken Menschen im Westen Kenias ihre Ernährung und ihre Lebensgrundlagen. Sie erlernen agrarökologische Anbaumethoden, erhalten Zugang zu Ernährungswissen und sauberem Wasser und vernetzen sich in lokalen Gruppen mit anderen Kleinbäuer*innen – für viele eine lebensverändernde Erfahrung.

«Seit ich meinen eigenen Gemüsegarten habe, bleibt mir mehr Geld übrig, weil ich fast nichts mehr auf dem Markt dazukaufen muss», erzählt Carolyne Wamalwa strahlend. Als die Kleinbäuerin vom Projekt von Vivamos erfuhr, interessierte sie sich vor allem für die gesundheitlichen Aspekte: «Meine jüngste Tochter hatte Anämie», erzählt sie. «Im Projekt lernte ich, dass Pflanzen wie Rosella-Hibiskus helfen.» Seit sie diese anbaut und ihre Familie abwechslungsreicher ernährt, sei sie kein einziges Mal mehr mit ihren Kindern im Spital gewesen.

 

Mit Agrarökologie zu besseren Ernten

Carolyne lebt in Bungoma im Westen von Kenia, wo viele Kleinbäuer*innen Schwierigkeiten haben, ihre Ernährung über das ganze Jahr hinweg zu sichern. Ihre landwirtschaftlichen Flächen sind klein, die Böden durch langjährige intensive Nutzung ausgelaugt, und der Klimawandel führt zu unregelmässigeren Regenfällen.

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der Bauernvereinigung Kimaeti Farmers Association, stärken wir die Kleinbäuer*innen ganzheitlich: 2025 haben sich 997 Kleinbäuer*innen in agrarökologischen Anbaumethoden weitergebildet, 684 haben einen eigenen Gemüsegarten angelegt. Carolyne konnte Setzlinge aus der projekteigenen Gärtnerei beziehen und wendet das Gelernte direkt an. «Ich nutze keinen künstlichen Dünger, nur meinen eigenen Kompost», erzählt sie. «Er ist einfach herzustellen und anzuwenden.» Agrarökologische Methoden reduzieren die Kosten, verbessern die Bodenqualität und machen die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel.

 

Vielfalt auf dem Feld – Vielfalt auf dem Teller

Die Ernährung in der Region ist stark von Mais geprägt, vielen Familien fehlt es an Wissen über ausgewogene Ernährung. Hier setzt das Projektteam gezielt an und vermittelt praktisches Ernährungswissen. 2025 nahmen 749 Bäuer*innen an entsprechenden Trainings teil, darunter 468 Mütter und werdende Mütter, die ihr Wissen zu altersgerechter Kleinkindernährung vertieften.

Dennis Wanjala, selbst Kleinbauer und Vater von sechs Kindern, hat sich im Projekt zum Wissensmultiplikator ausbilden lassen und begleitet heute 102 Bäuer*innen. «Wir haben gelernt, wie nährstoffreich unser lokaler Amaranth ist», erzählt er, «und warum die Eier unserer Hühner so wertvoll für eine ausgewogene Ernährung sind.»

Multiplikator Dennis auf dem Feld

 

Gesundheit stärken – auch durch saubereres Wasser

Zur Verbesserung der Ernährung gehört auch der Zugang zu saubererem Wasser. Nur rund ein Viertel der Menschen in der Region hat Zugang zu geschützten Wasserquellen. Das erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen und erschwert die Nährstoffaufnahme, besonders bei Kindern.

Im Projekt wurden deshalb drei Wasserquellen gefasst und vor Verschmutzung geschützt. Dadurch haben 894 Personen Zugang zu saubererem Wasser erhalten.

 

Gegenseitige Unterstützung in der Gruppe

Für Dennis Wanjala ist das Wertvollste am Projekt das gestärkte Zugehörigkeitsgefühl. «Früher haben alle mehr für sich selbst geschaut», erzählt er, «aber jetzt ist die Gemeinschaft zusammengewachsen.» Auch Carolyne Wamalwa schätzt diesen Zusammenhalt: «Wenn bei uns viel Arbeit anfällt, kommt die Gruppe, um zu helfen.» Sie wünscht sich, dass sich noch viel mehr Menschen der Bauernvereinigung anschliessen. «So können wir besser leben, gesünder essen und stolz auf unsere Familien sein.»

 

 


Starke Partnerschaften dank Synergien

Die Kimaeti Farmers Association ist langjährige Partnerorganisation von Fastenaktion, einer unserer Partnerinnen in der Alliance Sufosec, auf deren Erfahrungen wir in Kenia aufbauen dürfen. Nach einem 18-monatigen Pilotprojekt starteten wir 2026 ein dreijähriges Projekt mit Kimaeti, um die Arbeit mit den Bäuer*innen weiterzuführen und rund 900 zusätzliche Haushalte zu erreichen.