Mit Agrarökologie und Quellschutz in die Zukunft

Kleinbauernfamilien in Bungoma County stärken ihre Lebensgrundlagen nachhaltig

Projekthintergrund

Im Bungoma County haben viele Kleinbäuer*innen Schwierigkeiten, ihre Ernährung über das ganze Jahr hinweg zu sichern. Unregelmässige Regenfälle und häufige Extremwetterereignisse führen zu geringen Ernten. Langjährige Monokulturen wie Zuckerrohr haben die Böden ausgelaugt und ihre Fruchtbarkeit reduziert. Die landwirtschaftlichen Flächen sind sehr klein, denn mit 552 Bewohner*innen pro km2 ist die Region eine der bevölkerungsdichtesten des Landes. Viele Kleinbäuer*innen haben wenig Wissen über ausgewogene Ernährung, nur begrenzten Zugang zu vielfältigen Lebensmitteln und ernähren sich primär von Mais. Alternative Einkommensquellen fehlen und landwirtschaftliche Beratung ist kaum vorhanden. Zusätzlich haben nur rund 25% der Haushalte Zugang zu sauberem Wasser. Dies erhöht das Risiko von Durchfallerkrankungen und erschwert die Verwertung von Nährstoffen.

So wirkt Vivamos

Das Projekt begleitet 1'800 Kleinbäuer*innen dabei, wirksame agrarökologische Anbaumethoden praktisch zu erlernen und direkt auf ihren eigenen Feldern umzusetzen. Sie erfahren nützliches Wissen zur Saatgutgewinnung und zur Verbesserung der Bodengesundheit. Gleichzeitig stärken die Bäuer*innen ihr Verständnis für ausgewogene Ernährung und entwickeln ein grösseres Bewusstsein für die Ernährungsbedürfnisse in ihren Familien. Zudem unterstützen wir sie dabei, neun Wasserquellen in der Projektregion vor Verschmutzung und Erosion zu schützen. So stärken wir die Ernährungssicherheit sowie die Resilienz der Kleinbauernfamilien gegenüber dem Klimawandel.

Projektziele

1'800 Kleinbäuer*innen in der Region Bungoma verbessern ihre Ernährungssicherheit durch nachhaltige landwirtschaftliche Produktion:

  • 85% der 1'800 Kleinbäuer*innen wenden mindestens vier verschiedene agrarökologische Methoden an, wodurch sie höhere und diversere Ernteerträge erzielen und ihre Bodengesundheit verbessern.
  • 80% der 1'800 Haushalte verbessern ihre Ernährungssicherheit.
  • 2'700 Personen haben einen verbesserten Zugang zu geschützten Wasserquellen.
  • Die gestärkten Bäuer*innengruppen sind in die Kimaeti Bäuer*innen-Genossenschaft und somit in ein breiteres Netzwerk eingebunden.

Hunger weiterhin steigend

Bis 2015 war der Anteil der Mangelernährten und Hungernden weltweit stetig leicht gesunken. Seither aber steigt er und erreicht heute 10 % der Weltbevölkerung. Eine Umfrage von 2021 in 16 Ländern bei 14'000 Haushalten ergab, dass jeder vierte Haushalt durchschnittlich von Hunger betroffen war und 60 % nur eingeschränkten Zugang zu Nahrung hatten. Von Mangelernährung sind 10 % mehr Frauen als Männer betroffen. Wir haben uns gemeinsam mit fünf anderen Schweizer NGOs zum Ziel gesetzt, in unseren Projektgebieten mittels langfristigen Veränderungen in den landwirtschaftlichen Praktiken von Kleinbauernfamilien Mangelernährung und Hunger um 20 % zu reduzieren. Mehr dazu in unserem gemeinsamen Ernährungsbericht 2024.

 

Karte Projektregion

Projektort

Bitobo, Khasolo, Siboti und Nakhwana in Bungoma County, im Westen von Kenia

Themen

Agrarökologie, Ernährungssicherheit, Agroforst, Quellschutz, Vernetzung von Bäuer*innen

Projektdauer

2026–2028

Zielgruppe

Direkt: 9'000 Personen; 1'800 Kleinbäuer*innen mit jeweils ca. 5 Haushaltsangehörigen

Indirekt: 53'154 Gemeinschaftsmitglieder

Budget

Das Projektbudget für das Pilotprojekt beträgt CHF 410'482. Ergänzend dazu kommen Eigenleistungen und lokale Beiträge.

Partner vor Ort

Kimaeti Farmers Association, Kenia