Voneinander lernen für bessere Chancen von Anfang an: Fachaustausch in Bogotá
Fachpersonen aus Kolumbien, Honduras und Guatemala tauschten sich 2025 an einem 5-tägigen Treffen in Bogotá über Ansätze für frühkindliche Bildung und Entwicklung aus.
Wie können Kinder trotz schwieriger Startbedingungen ihr Potenzial entfalten? In einer gemeinsamen «Community of Practice» tauschen sich unsere Partnerorganisationen aus Kolumbien, Honduras und Guatemala regelmässig zu Ansätzen und Erfahrungen in der Früh- und Vorschulförderung aus. Im Sommer 2025 traf sich das Fachnetzwerk erstmals persönlich.
Eine intensive Woche rund um aktuelle Erkenntnisse und Herausforderungen der frühkindlichen Bildung: Zwölf Fachpersonen aus vier unserer Partnerorganisationen und zwei Vertreter*innen von Vivamos – aus der Schweiz und aus Kolumbien – trafen sich im Juli 2025 in Bogotá. Ihre Motivation: voneinander lernen, bewährte Ansätze austauschen und Hürden gemeinsam angehen.
«In der frühen Kindheit legen wir die Grundlagen fürs ganze Leben», sagt Johanna Freund, Projektleiterin für Früh- und Vorschulförderung bei Vivamos. «Doch obwohl sich beim Zugang zur Bildung einiges getan hat, sehen wir noch immer grosse Unterschiede bei den Chancen von Kindern.» Kinder aus einkommensschwachen Familien können zu wenig auf hochwertige Betreuungs- und Bildungsangebote zählen. «Bei Vivamos setzen wir bei der Qualität und der ganzheitlichen Förderung an», erklärt Johanna, «und zwar schon bevor die Kinder in die Schule starten und sich soziale Ungleichheiten weiter verstärken.»
Fünf intensive Tage in Bogotá
Ob in ländlichen Regionen Guatemalas und Honduras oder in städtischen Vierteln Kolumbiens: Vivamos und ihre Partnerorganisationen vermitteln Betreuungspersonen in Kitas und Kindergärten sowie Erziehungsberechtigten das nötige Wissen, um Kinder altersgerecht zu fördern. Seit 2024 tauschen sich die Fachexpert*innen aller Organisationen in einem länderübergreifenden Netzwerk aus, bisher online.
In Bogotá beschäftigte sich die Gruppe nun intensiv mit zentralen Themen der Früh- und Vorschulförderung. Im Fokus standen die sozio-emotionale Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Instrumente zur Messung der kindlichen Entwicklung sowie die finanzielle Nachhaltigkeit der Programme. Die Woche war methodisch vielfältig und lebte von Gruppenarbeiten, Lerntandems, Besuchen in Kitas und Horten sowie Fachinputs von Expertinnen zu Genderthemen und zu Fundraising für Frühförderprojekte.
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Konkrete Ansätze für die Praxis
«Wir haben in diesen Tagen intensiv darüber reflektiert, wie wichtig die frühe Kindheit ist und wie wir dazu beitragen, Kinder besser zu fördern», sagt Kenia López aus Honduras. Dabei ging es auch um konkrete Methoden für den Berufsalltag, etwa zur Förderung emotionaler Kompetenzen. «Die emotionale Entwicklung steht bei uns im Zentrum, weil sie entscheidend für die spätere mentale Gesundheit ist», erklärt Karent Mendoza aus Kolumbien. «Beim Besuch der Kitas und Horte in Bogotá konnten wir zeigen, wie wir dies im Alltag spielerisch fördern.» Zudem wurde deutlich, wie wichtig es ist, früh Respekt und Inklusion zu fördern sowie Männer stärker einzubeziehen.
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Finanzielle Perspektiven und gestärkte Gemeinschaft
Auch die Inputs zur finanziellen Diversifizierung stiessen auf grosses Interesse. «Wir brauchen Ressourcen, um unsere Arbeit umzusetzen und nachhaltige Wirkung zu erzielen», sagt Edilberto García aus Kolumbien. «Im aktuellen, herausfordernden Finanzierungskontext müssen wir uns finanziell breiter aufstellen, um handlungsfähig zu bleiben.»
Darüber hinaus schätzten die Teilnehmenden den persönlichen Austausch und die stärkere Verbundenheit. Eduardo Reniery Salazar aus Honduras ist überzeugt: «Der Austausch im Fachnetzwerk hilft uns, in unseren Gemeinschaften und in der Region noch bessere Arbeit zu leisten.»
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Nurturing Care: Ein ganzheitlicher Ansatz für die frühe Förderung
Vivamos richtet ihre Arbeit im Programm «Brücken in die Schule» am Nurturing-Care-Konzept der Vereinten Nationen aus. Dieses umfasst fünf Bereiche, die für die frühkindliche Entwicklung zentral sind:
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- Gesundheit
- Ernährung
- Sicherheit und Schutz
- bedürfnisorientierte Betreuung
- Möglichkeiten für frühes Lernen
Unser Fokus liegt auf dem frühen Lernen, wir beziehen aber alle Bereiche in unsere Arbeit ein. Dabei fördern wir zusammen mit unseren Partnerorganisationen auch Rahmenbedingungen wie die öffentliche Gesundheitsversorgung für Kinder und vermitteln den Betreuungspersonen Wissen zu altersgerechter Ernährung und Aktivitäten, die das frühe Lernen unterstützen.