30. September 2026

Globaler Ernährungsbericht 2026: Wo Agrarökologie über Jahre praktiziert wird, geht der Hunger zurück

Sufosec, die Schweizer Allianz für nachhaltige Ernährung weltweit, zeigt in ihrem dritten globalen Ernährungsbericht, wie Agrarökologie gegen Hunger wirkt.

Der Globale Ernährungsbericht 2026 der Alliance Sufosec zeigt: In 16 Projekten der sechs Schweizer Organisationen ist der Anteil der Familien, die ganze Tage ohne Essen auskommen müssen, innert weniger Jahre von 22 auf 11 Prozent gesunken. 

Seit 2021 misst die Alliance Sufosec* mit Instrumenten der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO, wie sich die Ernährung der Haushalte in ihren Projekten entwickelt. Wissenschaftlich begleitet wird die Allianz von der Universität Bern und der ETH Zürich. Über 56’000 kleinbäuerliche Haushalte wurden seither befragt. 

Der Befund ist deutlich: Verglichen mit der eigenen Ausgangslage ging die Ernährungsunsicherheit in 13 von 16 Projekten zurück. Im Schnitt aller 16 Projekte sank sie von 61 auf 41 Prozent. In der Projektregion Fabidji im Niger ging die Ernährungsunsicherheit um 55 Prozentpunkte zurück. Der Referenzwert der FAO für die Gesamtbevölkerung Nigers veränderte sich im selben Zeitraum kaum. 

Nicht überall geht der Hunger zurück. In je einem Projekt im Tschad, in Mali und in der Côte d’Ivoire nahm die Ernährungsunsicherheit trotz agrarökologischer Arbeit leicht zu. Dort müssen Entwicklungszusammenarbeit, Friedensförderung und humanitäre Hilfe ineinandergreifen. 

Die Haushaltsstudie 2025 misst erstmals auch die soziale Dimension der Agrarökologie. Sie hängt ähnlich eng mit der Ernährungssicherheit zusammen wie die Vielfalt auf dem Feld. Haushalte, die vielfältig anbauen und sich in Gruppen organisieren, sind rund ein Viertel seltener von Ernährungsunsicherheit betroffen als Haushalte, die keines von beidem tun. 

Zum Bericht: https://www.sufosec.ch/eb2026/ 

*Die Alliance Sufosec ist ein Zusammenschluss von sechs führenden Schweizer Organisationen der Hungerbekämpfung: Fastenaktion, SWISSAID, Vétérinaires Sans Frontières Suisse, Vivamos, Aqua Alimenta und Skat Foundation. Die Organisationen arbeiten seit 2020 zusammen, die DEZA finanziert die Allianz mit. 2025 erreichten die sechs Organisationen gemeinsam mit rund 300 lokalen Partnerorganisationen 1,2 Millionen Menschen in 28 Ländern.