Mit neuem Wissen zu ertragreicheren Feldern

Agrarökologischer Anbau stärkt die Menschen in Lurambi County

Projekthintergrund

Im Kakamega County haben Kleinbäuer*innen Mühe, ihre Ernährung zu sichern. Die Region ist eine der am dichtesten besiedelten in Kenia, fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Klimawandel, häufige Extremwetterereignisse und der Druck auf die Anbauflächen führen regelmässig zu Ernteverlusten.

Mangels alternativer Einkommensquellen und wenig Wissen zu nachhaltigeren Anbaumethoden bewirtschaften viele Familien ihre kleinen Felder intensiv. Insbesondere durch den langjährigen Zuckerrohranbau sind die Böden ausgelaugt, Schädlinge breiten sich aus, und teure chemische Mittel verschlechtern die Situation zusätzlich und verschmutzen das Grundwasser. Fruchtbare Böden und sauberes Wasser gehen verloren, dadurch ist die Lebensgrundlage vieler Familien in Lurambi gefährdet.

So wirkt Vivamos

Mit dem Projekt unterstützen wir 120 Kleinbäuer*innen dabei, praktisches Wissen zu agrarökologischem Anbau, Saatgutproduktion und Verbesserung der Bodengesundheit kennenzulernen und auf ihren Feldern anzuwenden. Ziel ist es, die Ernährungssicherheit der Kleinbauernfamilien in der Region Lurambi nachhaltig zu verbessern und die Resilienz der kleinbäuerlichen Familien gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken.

Gleichzeitig sollen der vielseitigere Anbau und der Zugang zu Vermarktungsmöglichkeiten die Einkommensmöglichkeiten aus der landwirtschaftlichen Produktion steigern, was die finanzielle Situation der Familien stärkt.

Projektziele

120 Kleinbäuer*innen und ihre Familien im Bezirk Lurambi verbessern durch agrarökologischen Anbau ihre Ernteerträge, stärken ihre Ernährungssicherheit und erhöhen ihre Resilienz gegenüber dem Klimawandel. Gemeinschaftliches Sparen und neue Einkommensquellen steigern ihr Einkommen. Ein lokal verankertes Beratungssystem sichert die langfristige Wirkung.

  • 84 (70 % von 120) Kleinbäuer*innen wenden agrarökologische Anbaumethoden an, erzielen vielfältigere Ernteerträge und verbessern ihre Ernährungssicherheit.
  • 96 (80 % von 120) Kleinbäuer*innen erzielen durch einkommensgenerierende Aktivitäten und besseren Zugang zu Krediten ein diversifizierteres Einkommen.
  • Die gesamte Dorfgemeinschaft hat durch ein lokal verankertes Beratungssystem vereinfachten Zugang zu agrarökologischer Beratung.

Hunger weiterhin steigend

Bis 2015 war der Anteil der Mangelernährten und Hungernden weltweit stetig leicht gesunken. Seither aber steigt er und erreicht heute 10 % der Weltbevölkerung. Eine Umfrage von 2021 in 16 Ländern bei 14'000 Haushalten ergab, dass jeder vierte Haushalt durchschnittlich von Hunger betroffen war und 60 % nur eingeschränkten Zugang zu Nahrung hatten. Von Mangelernährung sind 10 % mehr Frauen als Männer betroffen.

Wir haben uns gemeinsam mit fünf anderen Schweizer NGOs zum Ziel gesetzt, bis Ende 2024 in unseren Projektgebieten mittels langfristigen Veränderungen in den landwirtschaftlichen Praktiken von Kleinbauernfamilien Mangelernährung und Hunger um 20 % zu reduzieren. Erfahren Sie in unserem gemeinsamen Ernährungsbericht 2024 mehr dazu.

 

Karte Projektregion

Projektort

Lurambi (Sub-Landkreis) in Kakamega County, Kenia

Themen

Nachhaltige Wasser- und Landwirtschaft, Ernährungssicherheit, Stärkung von lokalen Gemeinschaften

Projektdauer

Juli 2025 – Dezember 2026

Zielgruppe

direkt: 720 Personen; 120 Kleinbäuer*innen mit jeweils ca. 6 Haushaltsangehörigen

indirekt: 43'121 Gemeinschaftsmitglieder

Budget

Das Projektbudget für das Pilotprojekt beträgt CHF 105'112. Ergänzend dazu kommen Eigenleistungen und lokale Beiträge.

Partner vor Ort

Ripple Effect, Kenia

Projektbeschrieb zum Download