Gestärkte Witwen nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand

Ausgewogene Ernährung und verbesserte Gesundheit für Witwenhaushalte in Mumias

Projekthintergrund

In der westkenianischen Region Kakamega leben viele Witwen in Armut und erfahren soziale Ausgrenzung. In Mumias ist ihre Zahl besonders hoch, nicht zuletzt wegen der verbreiteten Polygamie. Obwohl Witwen gesetzlich nach dem Tod ihres Mannes Anspruch auf ihr Land haben, verlieren sie oft den Zugang dazu oder erhalten nur degradierte Flächen, die kaum eine ausreichende Selbstversorgung ermöglichen.

Fehlendes Wissen zu ausgewogener Ernährung, nachhaltigem Anbau und klimatischen Veränderungen verschärft ihre Ernährungsunsicherheit zusätzlich. Viele Haushalte nutzen keine geschützten Wasserquellen und prekäre Hygieneverhältnisse führen bei ihren Kindern häufig zu Durchfallerkrankungen und Parasiten. Ohne Einkommensmöglichkeiten und soziale Netzwerke können viele Witwen ihre Lebensbedingungen nur schwer nachhaltig verbessern.

So wirkt Vivamos

Wir unterstützen 1'600 Witwen dabei, ihre Anbaumethoden mit agrarökologischen Praktiken so zu verbessern, dass sie höhere und diversifiziertere Erträge erzielen können. Gleichzeitig vermittelt das Projektteam den Frauen grundlegendes Ernährungswissen und sensibilisiert sie für eine ausgewogene Ernährung.

Das Projektteam setzt auch einen starken Akzent auf die Verbesserung der Haushaltshygiene. Von der Aufklärungsarbeit zu den Ursachen und der Behandlung von Jigger (parasitärer Sandfloh) profitiert die ganze Gemeinschaft. Mit dem Schutz von drei kollektiv genutzten Wasserquellen und deren gemeinschaftlich ausgehandelter Nutzung wird die Gesundheitssituation von 1'500 Personen zusätzlich verbessert.

Projektziele

1'600 Witwen in Mumias haben ihre Ernährungssicherheit, Gesundheit und Lebensgrundlagen nachhaltig verbessert und ihre Sichtbarkeit in ihren Gemeinschaften erhöht:

  • Die Ernährungssicherheit von 75 % der 1'600 Witwen inkl. 6'400 Haushaltsangehörigen im Grossraum Mumias ist durch agrarökologische Eigenversorgung gestärkt.
  • Die Hygienesituation von 1'600 Witwen und ihren 6'400 Haushaltsangehörigen hat sich verbessert und das Wissen der Witwen über Ursachen von Jigger-Befällen und Behandlungsmöglichkeiten haben sich verbessert.
  • 900 Gemeinschaftsmitglieder haben einen verbesserten Zugang zu geschützten Wasserquellen.
  • Das Bewusstsein für ihre Rechte bei den Frauen selbst sowie ihre Sichtbarkeit in der Gesellschaft hat sich verbessert.

Hunger ist weiblich

Weltweite Konflikte und klimabedingte Krisen, wie extreme Dürren, haben die Armuts- und Hungersituation verschärft. In Afrika sind 282 Millionen Menschen von Hunger und Mangelernährung betroffen und 60% der Bevölkerung von Unterernährung. Frauen leiden besonders stark, da ihnen oft der Zugang zu Land, Krediten und Betriebsmitteln fehlt. Soziale Normen und Barrieren verschlechtern ihre Chancen weiter. In afrikanischen Ländern stehen Witwen zudem überproportional häufig an der Spitze armer Haushalte: Jede siebte Witwe lebt in extremer Armut und muss mit einem Einkommen von weniger als 1.25 Dollar pro Tag auskommen, was sich negativ auf die Ernährung ihrer Familie auswirkt.

 

Karte Projektregion

Projektort

Mumias Ost und West (Kakamega County), Westkenia

Themen

Agrarökologie, Ernährungssicherheit, Gendergerechtigkeit, Empowerment, Quellschutz, Hygiene, Gesundheit

Projektdauer

2026–2028

Zielgruppe

Direkt: 6'400 Personen; 1'600 Witwen mit jeweils ca. 4 Haushaltsangehörigen sowie

Indirekt: 232'305 Gemeinschaftsmitgliedern

Budget

Das Projektbudget für das Pilotprojekt beträgt CHF 419'067. Ergänzend dazu kommen Eigenleistungen und lokale Beiträge.

Partner vor Ort

Catholic Justice and Peace Department (CJPD) des Bezirks Kakamega, Kenia